El Paraiso Verde logo

Newsletter: Prinzipien, Feuerkatastrophen, Feuerschutz

Liebe El Paraiso Verde Fans,

Prinzipien der Privat-Kolonie in Gründung El Paraiso Verde

Es war mir seit Beginn unseres Projekts ein Anliegen diese Prinzipien vollständig zu veröffentlichen. Aus vielen Gründen machen wir diese Veröffentlichungen erst jetzt, damit alle auch sehen können, dass dies nicht nur leere Worte sind, sondern dass dies umgesetzte Vision und gelebte Realität ist…

https://paraiso-verde.com/prinzipien-des-pv-kommuniques-kolonie


Dies ist ein Newsletter vom März 2020. Jetzt könnt ihr einen Einblick in die harten Pionier-Jahre gewinnen mit diesem Bericht und dem Video über die beiden großen Feuer-Katastrophen.

Der Kampf gegen die Feuer-Walze…

https://youtu.be/_QM8UERwxFc

Bericht von den Feuern 2018 und 2019

1. August 2018 – grob fahrlässige Brandstiftung

Wie immer bei trockenem Wetter brennen die Nachbarn ihre Weiden ab, damit das trockene Gras verschwindet und neues, saftiges und grünes Gras nachwächst. Eine auch in Paraguay verbotene Vorgangsweise. Doch wo kein Kläger, da kein Richter. Kritisch wird es, wenn das Feuer außer Kontrolle gerät.

Und das passierte genau zu einer Zeit, als ich wegen einer schweren Nervenentzündung im Rücken im Bett lag. Die Schmerzen waren so stark dass der ZWEI Meter lange Weg vom Bett im Container bis auf die Toilette 20 Minuten dauerte.

In der Nacht kommt die Hiobs-Botschaft: Der Wind treibt eine Feuerwand direkt auf unsere Bauminsel zu. Bei der Geschwindigkeit der Feuerwalze ist es eine Frage von wenigen Stunden, bis die Bauminsel ein Raub der Flammen wird.

Wir hatten damals noch keine Straßen im Süden des Siedlungsgebietes und auch keine Wassergräben. Freie Bahn für die Feuerwalze.

Obwohl ich mich kaum rühren konnte wusste ich, dass jetzt unsere Anwesenheit im Feuer bei unseren Leuten und mit der Schaufel in der Hand nötig war. Dabei waren Sylvia und ich gerade zu Bett gegangen, da wir am nächsten Tag um 3:30 morgens aufstehen sollten, um die neue Reisegruppe um 7 Uhr in Asuncion zu empfangen.

Ohne uns abzusprechen war Sylvia sofort wortlos aufgestanden und hatte sich angezogen, mit Jacke und mit hohen Schuhen.
Ich warf 2 starke Schmerzmittel ein und quälte mich aus dem Bett. Anziehen und dann wirkten die Mittel. Ich sagte zu meinen Schmerzen „ihr habt JETZT Pause.“

Wir fuhren zur Bauminsel: Das Feuer war in etwa 80 Meter von den Bäumen entfernt. Die Versuche, das Gras in der Nacht mit dem Traktor zu schneiden scheiterten an einem Termitenhügel, den der Traktorfahrer in der Finsternis übersah. Benzinleitung gebrochen.

Sylvia und ich nahmen eine Schaufel zur Hand und wir standen in Reihe mit Mitarbeitern, Siedlern und einheimischen Arbeitern unseres Tiefbaupartners und 3 Feuerwehrleuten und wir schlügen auf die Flammen ein. Meter und Meter löschten wir mit den Schaufeln.

Es war höllisch heiß, die Luft war kaum zu atmen, Haare und Augenbrauen waren versengt.

Aber es galt, die Bäume zu retten. Die Bauminsel war auch eines unserer Wahrzeichen im El Paraiso Verde. Es ging um viel mehr als nur die Rettung von Bäumen.

Ca. 30 Meter vor den Bäumen konnten wir das Feuer stoppen. Es zog sich dann gegen Westen wo es bei einem kleinen Wassergraben (ca. 1,5 Meter breit), den wir noch im Zuge der alten Planung des Paraiso Verde gezogen hatten gestoppt wurde.

Wir gingen zurück in den Container, Duschen, 40 Minuten „schlafen“, dann auf und selbst nach Asuncion fahren (Fahrer hatten wir damals nicht) und um 7 Uhr mit fröhlichem Lächeln die Reisegruppe am Flughafen empfangen….
Mein besonderer Dank gilt allen, die damals da waren. Sie waren da als wir sie wirklich gebraucht haben. Sie haben nicht gefragt, sondern haben ihre Gesundheit aufs Spiel gesetzt und einfach geholfen. Unser Herz ist bei euch. In dieser Nacht kam so etwas wie ein Gemeinschaftsgefühl auf, etwas was in Deutschland schon lange verloren gegangen ist. Wir wurden EINS im Kampf gegen die vorsätzlich oder fahrlässig entfesselte Naturgewalt.

Während wir am nächsten Tag „frisch-fröhlich“ unsere Gäste unterhielten, kam bei uns die Nachricht an, dass sich die Feuerwalze nun vom Westen mit großer Geschwindigkeit Richtung Osten – genau auf unser Containerdorf – zubewegte.

Glücklicherweise gab es dort schon teilweise eine Straße und unsere 2 Baggerfahrer zogen ca. 80 Meter vor dieser Straße eine Schneise ins Gras. Das Feuer wurde gestoppt.

Das war im August 2018. Nur wenige  Wochen Später war die erste Ringstraße um das Siedlungsgebiet fertig……
Eine Bauminsel bei einem unserer Nachbarn brannte damals ab. Sie hat sich bis heute nicht mehr erholt.

13. August 2019: kein Glückstag- Brandstiftung

Bei diesem Feuer wissen wir, dass es Brandstiftung war. Jemand war über den Fluss gekommen und hatte knapp 100 Meter innerhalb unseres Landwirtschaftlichen Gebiets (Außerhalb des Siedlungsgebiets) mehrere Brandherde gelegt. Die Drohnenaufnahmen sind bei der Staatsanwaltschaft.

An einem Tag an dem ein stürmischer Südwind das Feuer direkt auf unser Siedlungsgebiet treiben würde. Der Brandstifter rechnete aber nicht mit unserem Feuerschutz und mit unserer Bereitschaft.

In einem halben Tag brannten über 4 Quadratkilometer Graslandschaft ab.

Die Dammstraße und unsere Schubraupe jedoch vereitelten die Pläne der Brandstifter.

Situation heute- 23. März 2020:

Durch den geschlossenen Damm um das Siedlungsgebiet hat Feuer keine Chance mehr uns zu gefährden. Ein Grasfeuer wird durch einen 1-2 Meter breiten Wassergraben oder durch eine 4 Meter Breite Straße aufgehalten. Unser Wassergraben ist 4-8 Meter breit, die Straße ist 8-22 Meter breit. Jedes heran nahende Feuer kann durch eine richtig positionierte Feuerwehr vom Siedlungsgebiet leicht abgehalten werden, sogar bei Sturm.

Wir werden den Südteil der Estancia, von dem die Feuer bisher kamen, durch Straßen zugänglich machen und damit in Zukunft verhindern dass Nachbarn oder Brandstifter auf unserem Grundstück Feuer legen.
Darüber hinaus verhindern wir das Abbrennen der Weiden in unserer unmittelbaren Nachbarschaft durch Anzeigen. Wir verlangen die Durchsetzung der Gesetze.

Zur Musik:

Als ich mit der Schaufel in der Hand mitten im Feuer stand und mit dem Mut der Verzweiflung auf die Flammen hin drosch hatte ich plötzlich eine Musik im Kopf, die wie ein Ohrwurm nicht mehr aus dem Kopf wollte. Immer wieder spielte sich das Motiv einer Katastrophenmusik im Kopf ab, wie eine gebrochene Schallplatte.

Erst am nächsten Tag erinnerte ich mich daran, was das für eine Musik war. Es war eine Filmmusik, die ich Anfang 1979 in Kalifornien komponierte und arrangierte, als ich als Komponist, Gitarrist und Arrangeur im Studio tätig war.
Eines Tages kam ein Produzent ins Studio und wollte eine Orchestermusik für einen Katastrophenfilm. Inhalt des Films war die Zerstörung des Regenwaldes durch Bulldozer und durch Brandrodung. Dramatische Aufnahmen, fürchterliche Szenen der Verwüstung der Natur sollten durch entsprechende Orchesterklänge dramatisiert werden.

Der Produzent wollte eine schreckliche, Angst einflößende, melodische und doch caco-phone Musik, romantisch und doch aufrührend, ein „Ohrwurm und Gassenhauer mit Kettensägen-Charakter“.

Mit anderen Worten: auch in der Musik verlangen Filmproduzenten von Komponisten eine „Eierlegende Woll-Milch-Sau“  Bei mir die „hitverdächtige, cacophone-Ohrwurm-Symphonie“.

Ich kann mich noch an mein blut-leeres „Aha….“ erinnern, mit dem ich seinen wie selbstverständlich vorgebrachten Wunsch nach einer „ins-Ohr gehenden – nicht ins Ohr gehenden Musik“ bestätigte.“

Na ja, und die „Mission Impossible“ sollte noch dazu in ein paar Tagen fertig sein, inklusive Orchester Arrangement mit 16-stimmigen Bläsersätzen…..

Ich machte mich an die Arbeit und – Count, Duke und Quincy, verzeiht mir – ich verwendete die Arrangement-Techniken von Duke Ellington und Count Basie um diese schrecklichen Natur-Verwüstungs-Szenen- noch mit einem Schuss Strawinsky gewürzt-zu vertonen.  Die Musiker mussten Großartiges Leisten um das Schwere Musikstück einzuspielen. Die 3 Schlagzeuger waren zum Glück Weltklasse (Einer davon hatte zuvor im Orchester Spike Jones gearbeitet). Das Musik-Stück hieß „Catastrophe“.

Ich hatte diese Musik schon lange vergessen, aber als ich mit der Schaufel im Feuer stand, war sie wieder da.
Ich habe lange nach der alten Kassette des Jahres 1979 gesucht und sie dann doch beim Übersiedeln gefunden.
Auf der Kassette war auch ein Arrangement eines alten, schottischen Volksliedes, das ich damals mit Flöte, meiner Klassischen Gitarre und mit Naturgeräuschen aufgenommen hatte („Peace“)

Dieses musste ich als Antipode in den Film über die Feuerwalze nehmen, als Zeichen dafür, dass wir die schlimmsten Katastrophen überstehen.

Wir wissen nicht, wie wir die Pionier-Jahre überstanden haben. Fakt ist: wir haben sie seit Juli 2019 überstanden. Wir sind in der Gründerzeit angekommen.

Die Zukunft liegt ohne unüberwindbare Hindernisse vor uns. Wir bereiten El Paraioso Verde für euch vor, damit ihr hier euer eigenes Paradies schaffen könnt.

Hier nochmals der Link zum Video

https://youtu.be/_QM8UERwxFc

Alles Liebe

Erwin Annau

P.S.:

El Paraiso Verde gibt es auch auf Instagram!

https://www.instagram.com/paraiso_verde_py

Folgt uns auf Instagram. Ich werde laufend in Englisch über unsere Aktivitäten berichten.

Hier ein schöner Kommentar zu meiner Planungsarbeit. Das tut gut, wenn unsere Arbeit so gesehen wird…

https://paraiso-verde.com/kommentare/landschaftsbau/